Seborrhoische Dermatitis – Rötung und Schuppung an Nasenflügeln und Augenbrauen
on September 30, 2026

Seborrhoische Dermatitis: Ursachen, Symptome und was hilft

Rötung an den Nasenflügeln, die einfach nicht weggeht. Gelbliche, leicht fettige Schuppen zwischen den Augenbrauen. Eine Kopfhaut, die schuppt, obwohl du schon drei Anti-Schuppen-Shampoos durch hast. Und im Winter wird alles schlimmer.

Wenn dir das bekannt vorkommt, hast du sehr wahrscheinlich keine trockene Haut und auch keine Allergie, sondern eine seborrhoische Dermatitis – im Englischen seborrheic dermatitis. Sie gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen überhaupt und wird trotzdem regelmäßig verwechselt: mit Schuppenflechte, mit Rosazea, mit Neurodermitis oder einfach mit „empfindlicher Haut".

Hier erfährst du, woran du sie erkennst, warum sie entsteht, was tatsächlich hilft – und warum genau die Produkte, die du gegen trockene Haut benutzt, sie oft verschlimmern.

Was ist seborrhoische Dermatitis?

Die seborrhoische Dermatitis – auch seborrhoisches Ekzem genannt – ist eine chronisch verlaufende, entzündliche Hauterkrankung. Sie tritt dort auf, wo besonders viele Talgdrüsen sitzen, und verläuft typischerweise in Schüben: Sie bessert sich über Wochen, kommt zurück, bessert sich wieder.

Betroffen sind je nach Studienlage etwa 3 bis 5 Prozent der Erwachsenen, Männer häufiger als Frauen. Rechnet man leichte Formen und die Kopfschuppen dazu, die im selben Spektrum liegen, sind es deutlich mehr.

Kurz erklärt: Kein Hygieneproblem, keine Allergie, nicht ansteckend. Eine überschießende Reaktion der Haut auf einen Hefepilz, der bei allen Menschen auf der Haut lebt.

Wie sieht seborrhoische Dermatitis aus?

Die Kombination der Merkmale ist charakteristisch – ein einzelnes davon sagt wenig aus:

  • Gerötete Stellen, oft scharf begrenzt, manchmal leicht gelblich wirkend
  • Fettig glänzende, gelbliche Schuppen – nicht trocken und weiß, sondern eher schmierig. Das ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal.
  • Leichter Juckreiz, meist nicht so stark wie bei Neurodermitis
  • Brennen oder Spannen, besonders nach dem Waschen
  • Symmetrisches Auftreten – beide Nasenflügel, beide Augenbrauen
  • Schubweiser Verlauf mit deutlicher Verschlechterung im Winter

Wo tritt seborrhoische Dermatitis auf?

Immer dort, wo viele Talgdrüsen sitzen:

  • Kopfhaut – der häufigste Ort, von leichten Schuppen bis zu dicken gelblichen Krusten
  • Nasolabialfalten – die Linien von den Nasenflügeln zu den Mundwinkeln. Der klassischste Ort überhaupt.
  • Augenbrauen und die Stelle dazwischen
  • Hinter den Ohren und im Gehörgang
  • Bartbereich
  • Brustbein und zwischen den Schulterblättern
  • Seltener: Achseln, Leisten, Nabel

Wenn deine Rötung ausgerechnet an den Nasenflügeln sitzt und du dort auch noch schuppst: Das ist fast ein Lehrbuchbefund.

Seborrhoisches Ekzem bei Babys – der Kopfgneis

Bei Säuglingen tritt die seborrhoische Dermatitis in den ersten Lebensmonaten als Kopfgneis auf: gelbliche, fettige Schuppen auf der Kopfhaut, manchmal auch in den Augenbrauen. Sie juckt in der Regel nicht und das Baby ist davon unbeeindruckt.

Wichtig für Eltern: Kopfgneis ist nicht dasselbe wie Milchschorf. Milchschorf ist trockener, krustiger, juckt und gilt als frühes Zeichen einer Neurodermitis-Neigung. Kopfgneis verschwindet fast immer von selbst innerhalb der ersten Lebensmonate – ohne Behandlung, nur mit etwas Geduld und höchstens ein wenig Öl zum Aufweichen. Abkratzen bitte nicht.

Wie entsteht seborrhoische Dermatitis?

Drei Faktoren wirken zusammen. Fällt einer weg, entsteht in der Regel kein Schub.

1. Der Hefepilz Malassezia

Malassezia furfur gehört zur normalen Hautflora – er lebt auf praktisch jedem Menschen und ist an sich völlig harmlos. Er ernährt sich allerdings von Hautfetten, und dabei entstehen freie Fettsäuren, die die Haut reizen können.

2. Talg als Nahrungsgrundlage

Je mehr Talg vorhanden ist, desto besser die Bedingungen für den Pilz. Deshalb tritt die Erkrankung genau in den talgreichen Zonen auf – und deshalb beginnt sie oft in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter.

3. Eine überschießende Immunreaktion

Das ist der entscheidende Punkt: Nicht der Pilz ist das Problem, sondern wie stark die Haut auf ihn reagiert. Menschen mit seborrhoischer Dermatitis haben nicht mehr Malassezia auf der Haut als andere – ihr Immunsystem reagiert nur empfindlicher darauf.

Deshalb ist die Erkrankung auch nicht heilbar im Sinne von „einmal weg und nie wieder". Sie ist aber sehr gut kontrollierbar.

Was löst Schübe aus?

  • Winter und trockene Heizungsluft – der stärkste Auslöser bei den meisten Betroffenen
  • Stress und Schlafmangel – sehr häufig der Startpunkt eines Schubs
  • Hormonelle Veränderungen
  • Alkohol, bei manchen auch scharfes Essen
  • Falsche Pflege – besonders reichhaltige, ölige Cremes, die dem Pilz Nahrung liefern
  • Geschwächtes Immunsystem – nach Infekten oder bei bestimmten Erkrankungen
  • Neurologische Erkrankungen wie Parkinson gehen überdurchschnittlich häufig damit einher
  • Wenig Tageslicht – im Sommer bessert sich die Erkrankung bei vielen deutlich

Seborrhoische Dermatitis oder etwas anderes?

Die Verwechslungsgefahr ist hoch, und die Behandlung unterscheidet sich erheblich. Deshalb hier die wichtigsten Abgrenzungen:

Erkrankung Was anders ist
Schuppenflechte Schuppen silbrig-weiß und trocken statt gelblich-fettig, Herde dicker und schärfer begrenzt, häufig auch an Ellenbogen und Knien.
Periorale Dermatitis Kleine Bläschen und Papeln um Mund und Nase, oft mit einem schmalen freien Rand an der Lippe, keine fettigen Schuppen. Entsteht meist durch Überpflege – mehr dazu im Beitrag Periorale Dermatitis.
Rosazea Rötung eher auf Wangen und Nasenrücken, dazu sichtbare Äderchen und Flush-Neigung, aber keine Schuppung. Beides kann allerdings gleichzeitig bestehen.
Neurodermitis Deutlich stärkerer Juckreiz, trockene statt fettige Schuppung, typisch in Ellenbeugen und Kniekehlen.
Kontaktekzem Scharf begrenzt genau dort, wo etwas die Haut berührt hat, oft asymmetrisch.
Einfache Kopfschuppen Schuppung ohne Rötung und ohne Entzündung – gilt als leichteste Form desselben Spektrums.
Trockene Haut Schuppen fein und weiß, keine Rötung, keine Begrenzung. Reagiert auf reichhaltige Pflege mit Besserung – seborrhoische Dermatitis oft mit Verschlechterung.

Der einfachste Selbsttest: Sind die Schuppen trocken und weiß oder fettig und gelblich? Und: Wird es besser oder schlechter, wenn du reichhaltiger cremst? Wenn reichhaltige Pflege es verschlimmert, spricht das deutlich für eine seborrhoische Dermatitis.

Ist seborrhoische Dermatitis ansteckend oder heilbar?

Ansteckend ist sie nicht. Der beteiligte Hefepilz lebt ohnehin auf jedem Menschen – übertragen lässt sich nichts.

Heilbar im engeren Sinn ist sie nicht. Die Veranlagung, überschießend auf Malassezia zu reagieren, bleibt bestehen. Was sehr wohl möglich ist: Die Erkrankung lässt sich so gut kontrollieren, dass sie im Alltag keine Rolle mehr spielt. Viele Betroffene kommen mit einer Erhaltungspflege ein- bis zweimal pro Woche über Monate beschwerdefrei.

Das ist ein wichtiger Perspektivwechsel: Es geht nicht um Heilung, sondern um Management – ähnlich wie bei anderen chronischen Hauterkrankungen.

Was hilft bei seborrhoischer Dermatitis? Die Grundlagen

Anders als bei trockener Haut geht es hier nicht darum, mehr aufzutragen. Drei Prinzipien tragen die Behandlung:

  1. Den Pilz reduzieren – mit antimykotischen Wirkstoffen aus der Apotheke
  2. Die Entzündung beruhigen – zeitlich begrenzt, meist ärztlich verordnet
  3. Die Barriere pflegen, ohne zu füttern – leichte, ölarme Texturen statt reichhaltiger Cremes

Der dritte Punkt ist der, an dem die meisten scheitern: Wer eine schuppende Stelle sieht, greift instinktiv zur reichhaltigsten Creme im Schrank. Bei dieser Erkrankung liefert genau das dem Pilz zusätzliche Nahrung.

Welche Wirkstoffe helfen im Gesicht?

Wirkstoff Was er tut Woher
Ketoconazol Wirkt gegen den Hefepilz – der am besten untersuchte Wirkstoff überhaupt. Apotheke, teils rezeptfrei
Ciclopirox Antimykotisch, gute Alternative bei Unverträglichkeit. Apotheke
Niacinamid Entzündungshemmend, reguliert Talg, stärkt die Barriere. Der beste kosmetische Wirkstoff bei dieser Erkrankung. Kosmetik
Azelainsäure Entzündungshemmend und gegen Rötung wirksam, gut verträglich. Kosmetik / Apotheke
Zink (Zinkpyrithion) Wirkt gegen den Pilz und beruhigt. Apotheke / Drogerie
Panthenol Beruhigt und unterstützt die Regeneration gereizter Stellen. Kosmetik
Kortison Wirkt im Schub zuverlässig, gehört aber ärztlich verordnet und zeitlich streng begrenzt – nicht als Dauerlösung im Gesicht. ärztlich

Welche Wirkstoffe helfen auf der Kopfhaut?

Auf der Kopfhaut laufen fast alle Behandlungen über medizinische Shampoos. Die wichtigsten Wirkstoffe:

  • Ketoconazol – der Standard, sehr gut belegt
  • Selendisulfid – wirksam, kann helle Haare leicht verfärben
  • Zinkpyrithion – mild, gut für die Erhaltungsphase
  • Ciclopirox – gute Alternative
  • Salicylsäure – löst dicke Schuppenkrusten, wirkt aber nicht gegen den Pilz
  • Teerpräparate – wirksam, aber geruchsintensiv und heute seltener eingesetzt

Das Shampoo-Protokoll – der Punkt, an dem fast alle scheitern

Medizinische Shampoos wirken nur, wenn sie richtig angewendet werden. Und „richtig" heißt hier vor allem: lange genug einwirken lassen.

  1. Auf die Kopfhaut auftragen, nicht ins Haar. Der Wirkstoff muss dorthin, wo der Pilz sitzt.
  2. Drei bis fünf Minuten einwirken lassen. Wer sofort ausspült, wendet das Produkt praktisch gar nicht an – das ist der mit Abstand häufigste Fehler.
  3. In der Akutphase zweimal pro Woche, über zwei bis vier Wochen.
  4. Danach Erhaltung: alle ein bis zwei Wochen weiterverwenden, auch wenn nichts mehr zu sehen ist. Ohne diesen Schritt kommt der Schub fast immer zurück.
  5. Wirkstoffe rotieren. Nach einigen Monaten auf einen anderen Wirkstoff wechseln, damit die Wirkung erhalten bleibt.
  6. Dicke Krusten vorher aufweichen – mit einem salicylsäurehaltigen Produkt oder Öl, ein bis zwei Stunden vor der Wäsche.

Wenn ein Anti-Schuppen-Shampoo „nicht gewirkt" hat, lag es in den meisten Fällen an Punkt 2 oder Punkt 4.

Die richtige Pflege im Gesicht

Hier gilt fast durchgehend das Gegenteil dessen, was bei trockener Haut richtig ist.

Was hilft:

  • Milde, seifenfreie Reinigung – zweimal täglich, nicht öfter
  • Leichte, ölarme Texturen: Gel-Cremes und Fluids statt reichhaltiger Cremes
  • Niacinamid als Basiswirkstoff
  • Täglicher Sonnenschutz in leichter Textur
  • Betroffene Stellen sanft behandeln, nicht schrubben

Was du meiden solltest:

  • Reichhaltige, ölhaltige Cremes – sie liefern dem Pilz Nahrung
  • Kokosöl, Olivenöl und viele andere Pflanzenöle – Malassezia verstoffwechselt mittelkettige Fettsäuren besonders gut
  • Mechanische Peelings auf entzündeten Stellen
  • Alkoholhaltige Tonics
  • Duftstoffe und ätherische Öle
  • Dauerhafte Kortisoncreme im Gesicht ohne ärztliche Begleitung

Verträglich sind in der Regel Squalan und Mineralöl-basierte Texturen, weil der Pilz sie nicht als Nahrung nutzen kann.

Deine Routine bei seborrhoischer Dermatitis

Morgens

  1. Milde, seifenfreie Reinigung mit lauwarmem Wasser
  2. Leichtes Serum mit Niacinamid
  3. Leichte Feuchtigkeitspflege, ölarm
  4. Sonnenschutz in leichter Textur

Abends

  1. Milde Reinigung, Make-up gründlich entfernen
  2. In der Akutphase: das antimykotische Präparat auf die betroffenen Stellen
  3. Leichte Feuchtigkeitspflege

Keine Experimente mit neuen Wirkstoffen während eines Schubs – die Haut ist dann ohnehin reizbar.

Welche NINE99 Produkte passen begleitend?

Ehrlich gesagt: Die eigentliche Behandlung dieser Erkrankung läuft über die Apotheke. Kosmetik kann sie nicht ersetzen – sie kann die Haut aber so stabilisieren, dass zwischen den Schüben Ruhe einkehrt.

Nicht geeignet sind bei dieser Erkrankung reichhaltige, ölbasierte Cremes – auch unsere. Das ist kein Nachteil der Produkte, sondern eine Eigenheit der Erkrankung.

Wenn du unsicher bist, ob es sich bei dir tatsächlich um eine seborrhoische Dermatitis handelt oder um etwas anderes, beraten wir dich im Studio NINE99 in Lichtenau gern zur begleitenden Pflege. Die Diagnose selbst gehört allerdings in eine dermatologische Praxis – und die ist bei dieser Erkrankung der erste und wichtigste Schritt.

Ernährung und Lebensstil

Die Datenlage ist hier dünner als bei der äußerlichen Behandlung, aber einige Zusammenhänge tauchen wiederholt auf:

  • Stressreduktion – der am häufigsten genannte Auslöser überhaupt. Wer seine Schübe dokumentiert, findet den Zusammenhang meist schnell.
  • Schlaf – beeinflusst Entzündungsprozesse direkt.
  • Alkohol – bei vielen ein klarer Trigger.
  • Zink und Vitamin D – werden im Zusammenhang diskutiert. Vorher messen lassen statt auf Verdacht supplementieren.
  • Tageslicht – viele Betroffene beobachten im Sommer eine deutliche Besserung.
  • Luftfeuchtigkeit – 40 bis 60 Prozent im Winter entlasten die Haut spürbar.

Mehr zum Zusammenhang zwischen Nährstoffen und Hautgesundheit steht im Beitrag Schöne Haut von innen.

Hausmittel – was hilft, was schadet

  • Apfelessig-Spülung: Wird oft empfohlen, reizt entzündete Kopfhaut aber häufig zusätzlich. Kein Ersatz für ein antimykotisches Shampoo.
  • Teebaumöl: Zeigt in Studien eine gewisse Wirkung gegen Malassezia, ist gleichzeitig aber ein häufiger Auslöser von Kontaktreaktionen. Im Gesicht würde ich davon abraten.
  • Kokosöl: Ausdrücklich ungeeignet – es liefert dem Pilz genau die Fettsäuren, von denen er lebt.
  • Aloe vera: Beruhigend, in Studien mit leichter Besserung verbunden. Alkohol- und duftstofffrei wählen.
  • Honig-Auflagen: In kleineren Studien untersucht, praktisch aber aufwendig.
  • Sonnenlicht in Maßen: Tut vielen gut – mit Sonnenschutz, ohne Sonnenbrand.

Die häufigsten Fehler

  1. Reichhaltig cremen. Der intuitive Reflex bei Schuppung – und bei dieser Erkrankung kontraproduktiv.
  2. Öle verwenden. Besonders Kokosöl verstärkt das Problem zuverlässig.
  3. Das Shampoo sofort ausspülen. Ohne drei bis fünf Minuten Einwirkzeit wirkt es kaum.
  4. Nach dem Abklingen alles absetzen. Ohne Erhaltungspflege kommt der nächste Schub.
  5. Schuppen abkratzen. Verstärkt die Entzündung und verlängert den Schub.
  6. Dauerhaft Kortison im Gesicht. Wirkt kurzfristig, kann die Haut bei Dauergebrauch aber verdünnen und eine periorale Dermatitis auslösen.
  7. Mit trockener Haut verwechseln. Die Behandlung ist fast gegensätzlich.
  8. Zu häufig waschen. Reizt zusätzlich, ohne den Pilz zu reduzieren.
  9. Immer dasselbe Shampoo. Wirkstoffe nach einigen Monaten rotieren.
  10. Nie abklären lassen. Schuppenflechte und Rosazea werden völlig anders behandelt.

Wie lange dauert ein Schub?

  • Woche 1–2: Mit konsequenter Behandlung lässt die Rötung nach, die Schuppung wird weniger.
  • Woche 2–4: Die Stellen heilen weitgehend ab.
  • Ab Woche 4: Übergang in die Erhaltungsphase – reduziert, aber nicht beendet.
  • Langfristig: Schubfreie Phasen von mehreren Monaten sind mit guter Erhaltungspflege realistisch.

Rötungen können nach dem Abheilen noch einige Wochen als flache Verfärbung sichtbar bleiben. Das sind keine Narben – sie verblassen, und Sonnenschutz beschleunigt das.

Wann solltest du zur Ärztin oder zum Arzt?

  • Wenn die Diagnose nicht gesichert ist – die Abgrenzung zu Schuppenflechte und Rosazea entscheidet über die Behandlung
  • wenn rezeptfreie Präparate nach vier Wochen nichts verändert haben
  • bei sehr ausgedehntem Befall
  • bei nässenden Stellen, Krusten oder Verdacht auf eine zusätzliche bakterielle Infektion
  • bei Beteiligung der Augenlider – das gehört augenärztlich mitbeurteilt
  • wenn die Erkrankung plötzlich und sehr stark auftritt
  • bei Säuglingen, wenn die Stellen nässen, sich ausbreiten oder das Kind sichtbar leidet
  • wenn dich der Zustand psychisch belastet

Häufige Fragen zur seborrhoischen Dermatitis

Was ist seborrhoische Dermatitis?

Eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung in talgreichen Regionen. Sie entsteht durch eine überschießende Reaktion der Haut auf den Hefepilz Malassezia und verläuft in Schüben.

Wie sieht seborrhoische Dermatitis aus?

Gerötete, oft scharf begrenzte Stellen mit fettig-gelblichen Schuppen – typisch an Nasenflügeln, Augenbrauen, hinter den Ohren und auf der Kopfhaut, meist symmetrisch.

Ist seborrhoische Dermatitis ansteckend?

Nein. Der beteiligte Hefepilz lebt ohnehin auf der Haut jedes Menschen.

Ist seborrhoische Dermatitis heilbar?

Nicht im Sinne einer dauerhaften Heilung – die Veranlagung bleibt. Sie lässt sich aber so gut kontrollieren, dass sie im Alltag keine Rolle mehr spielt.

Was hilft am besten gegen seborrhoische Dermatitis?

Antimykotische Präparate mit Ketoconazol, Ciclopirox oder Zinkpyrithion aus der Apotheke, kombiniert mit leichter, ölarmer Pflege und einer konsequenten Erhaltungsphase nach dem Abklingen.

Warum wird es im Winter schlimmer?

Trockene Heizungsluft, weniger Tageslicht und häufigere Infekte. Viele Betroffene beobachten im Sommer eine deutliche Besserung.

Was ist der Unterschied zu Schuppenflechte?

Bei Schuppenflechte sind die Schuppen silbrig-weiß und trocken, die Herde dicker und schärfer begrenzt, und es sind meist auch Ellenbogen und Knie betroffen. Bei seborrhoischer Dermatitis sind die Schuppen gelblich und fettig.

Was ist der Unterschied zu perioraler Dermatitis?

Periorale Dermatitis zeigt kleine Bläschen und Papeln um Mund und Nase, oft mit einem freien Rand an der Lippe, und keine fettigen Schuppen. Sie entsteht meist durch Überpflege.

Hilft Kokosöl bei seborrhoischer Dermatitis?

Nein, im Gegenteil. Malassezia verstoffwechselt genau diese Fettsäuren besonders gut – Kokosöl verstärkt das Problem in der Regel.

Wie oft sollte ich ein Anti-Schuppen-Shampoo verwenden?

In der Akutphase zweimal wöchentlich über zwei bis vier Wochen, danach alle ein bis zwei Wochen zur Erhaltung. Immer drei bis fünf Minuten einwirken lassen.

Was ist seborrhoische Dermatitis bei Babys?

Der Kopfgneis: gelbliche, fettige Schuppen auf der Kopfhaut in den ersten Lebensmonaten. Er juckt nicht und verschwindet fast immer von selbst. Nicht zu verwechseln mit Milchschorf, der trockener ist und juckt.

Kann Stress seborrhoische Dermatitis auslösen?

Stress verursacht sie nicht, ist aber einer der häufigsten Auslöser für Schübe – zusammen mit Schlafmangel und Infekten.

Darf ich bei seborrhoischer Dermatitis Make-up tragen?

Ja, wenn es ölarm ist und abends gründlich entfernt wird. Reichhaltige, ölhaltige Foundations können Schübe begünstigen.

Welche Creme sollte ich meiden?

Alle reichhaltigen, ölbasierten Cremes sowie Pflanzenöle wie Kokos- und Olivenöl. Verträglich sind in der Regel Squalan und leichte, ölarme Gel-Texturen.

Kann seborrhoische Dermatitis Haarausfall verursachen?

Direkt in der Regel nicht. Anhaltende Entzündung und starkes Kratzen können das Haarwachstum aber vorübergehend beeinträchtigen. Der Haarausfall bildet sich meist zurück, wenn die Entzündung abklingt.

Heißt es seborrhoische Dermatitis oder seborrheic dermatitis?

Beides bezeichnet dasselbe – seborrheic dermatitis ist schlicht der englische Begriff. Im Deutschen findest du außerdem die Bezeichnung seborrhoisches Ekzem.

Fazit: Behandelbar, wenn man sie erkennt

Seborrhoische Dermatitis ist keine trockene Haut, kein Hygieneproblem und keine Allergie. Sie ist eine chronische Entzündung, ausgelöst durch eine überschießende Reaktion auf einen Hefepilz, der bei jedem Menschen auf der Haut lebt. Und sie ist eine der am besten behandelbaren Hauterkrankungen überhaupt – vorausgesetzt, man behandelt sie als das, was sie ist.

Der häufigste Grund, warum es nicht besser wird, ist nicht das falsche Produkt, sondern der falsche Gedanke: „Es schuppt, also braucht die Haut mehr Pflege." Bei dieser Erkrankung gilt das Gegenteil. Leichte Texturen, antimykotische Wirkstoffe aus der Apotheke, ausreichend Einwirkzeit – und vor allem die Erhaltungsphase, die kaum jemand durchhält, obwohl genau sie den nächsten Schub verhindert.

Und wenn du nicht sicher bist, ob es das überhaupt ist: Der Weg in die dermatologische Praxis ist hier kein letzter Schritt, sondern der erste.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Die seborrhoische Dermatitis gehört dermatologisch abgeklärt – die Abgrenzung zu anderen Hauterkrankungen entscheidet über die richtige Behandlung.

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