Du cremst. Zweimal täglich, seit Wochen. Und trotzdem spannt die Haut nach jeder Dusche, an den Unterschenkeln schuppt es, und im Gesicht setzt sich die Foundation in feinen Linien ab.
Das ist die häufigste Erfahrung bei trockener Haut – und sie hat einen Grund: Eincremen allein reicht nicht. Wenn gleichzeitig zu heiß geduscht wird, die Heizungsluft die Feuchtigkeit aus der Haut zieht und die Creme die falsche Textur hat, arbeitest du gegen dich selbst.
In diesem Beitrag geht es nicht darum, welche Creme du kaufen sollst – das haben wir im Beitrag Welche Creme bei trockener Haut? ausführlich beantwortet. Hier geht es um alles andere: warum die Haut überhaupt trocken wird, was tatsächlich hilft, und welche Gewohnheiten das Problem jeden Tag aufs Neue erzeugen.
Was hilft gegen trockene Haut? Die kurze Antwort
Trockene Haut verliert zu viel Wasser nach außen, weil ihr die Fette fehlen, die es halten. Alles, was hilft, greift an einem von drei Punkten an:
- Weniger Wasser verlieren – kürzer und kühler duschen, milder reinigen, Heizungsluft ausgleichen
- Wasser zuführen und binden – Feuchtigkeitspflege auf leicht feuchte Haut
- Die Fette ersetzen – Ceramide, Squalan, Öle, damit das Wasser drinbleibt
Die wirksamste einzelne Maßnahme kostet dabei nichts: innerhalb von drei Minuten nach dem Duschen eincremen, solange die Haut noch leicht feucht ist. Das allein verändert bei vielen mehr als ein neues Produkt.
Trockene Haut oder feuchtigkeitsarme Haut? Der Unterschied entscheidet alles
Bevor du irgendetwas änderst, kläre diese Frage – sie bestimmt, was du brauchst.
| Trockene Haut | Feuchtigkeitsarme Haut | |
|---|---|---|
| Was fehlt? | Fett (Lipide) | Wasser |
| Was ist es? | ein Hauttyp – genetisch | ein Zustand – vorübergehend |
| Typisch | raue Stellen, Schuppung, sehr feine Poren, kein Glanz | fahler Teint, feine Knitterlinien, kann trotzdem glänzen |
| Wer ist betroffen? | meist dauerhaft, oft seit jeher | jeder Hauttyp – auch fettige Haut |
| Was hilft? | reichhaltige Pflege mit Lipiden | leichte Pflege mit Feuchtigkeitsbindern |
Die häufigste Fehlannahme: „Meine Haut spannt, also brauche ich die reichhaltigste Creme." Wenn der Haut aber Wasser fehlt und nicht Fett, legst du damit nur eine Fettschicht über eine ausgetrocknete Haut. Es fühlt sich kurz besser an und ändert nichts.
Wie du deinen Hauttyp zuverlässig bestimmst, steht im Beitrag Welcher Hauttyp bin ich?
Woran erkennst du trockene Haut?
- Spannungsgefühl nach dem Waschen, oft schon nach wenigen Minuten
- raue, teils schuppige Stellen – klassisch an Unterschenkeln, Unterarmen, Wangen
- sehr feine Poren, kaum sichtbar
- fahler Teint ohne gesunden Glanz
- frühe feine Trockenheitsfältchen
- Make-up setzt sich ab und wirkt fleckig
- die Haut reagiert empfindlich auf Kälte, Wind, Heizungsluft und Wasser
- Juckreiz, besonders abends – dazu mehr im Beitrag Warum juckt die Haut?
Warum wird die Haut trocken?
Veranlagung
Manche Menschen haben von Natur aus weniger aktive Talgdrüsen. Das ist keine Störung, sondern ein Hauttyp – er lässt sich pflegen, nicht wegtherapieren.
Alter
Ab etwa Mitte 30 lässt die Talgproduktion nach, gleichzeitig sinkt die Fähigkeit der Haut, Wasser zu binden. Wer mit 25 fettige Haut hatte, kann mit 45 trockene Stellen haben.
Heizungsluft und Winter
Kalte Außenluft hält wenig Feuchtigkeit, beheizte Innenräume trocknen zusätzlich. Bei unter 40 Prozent Luftfeuchtigkeit gibt die Haut kontinuierlich Wasser an die Umgebung ab. Deshalb wird fast jede Haut im Winter trockener.
Zu heißes und zu langes Duschen
Heißes Wasser löst die Hautfette. Der typische Hinweis: Es juckt oder spannt 10 bis 20 Minuten nach dem Abtrocknen. Wer täglich heiß und lange duscht, entfernt jeden Tag genau das, was die Haut zum Feuchthalten braucht.
Falsche Reinigung
Schäumende Duschgele, Seifen mit hohem pH-Wert und alkoholhaltige Gesichtsreiniger entfetten stärker als nötig. Ein Gefühl von „quietschsauber" ist ein Warnsignal.
Überpflege
Zu viele Wirkstoffe, tägliche Peelings, Retinol plus Säure plus Vitamin C – all das schwächt die Barriere. Die Haut wird trocken, obwohl sie reichlich Produkt bekommt. Im Gesicht kann daraus eine periorale Dermatitis entstehen.
Hormone
Sinkendes Östrogen – nach der Geburt, in der Perimenopause, nach dem Absetzen der Pille – reduziert Feuchtigkeitsbindung und Lipidgehalt deutlich. Trockene Haut in diesen Phasen ist häufig und wird selten damit in Verbindung gebracht.
Medikamente
Entwässernde Mittel, manche Blutdruckmedikamente, Isotretinoin und Statine können die Haut austrocknen. Wenn die Trockenheit kurz nach Beginn einer neuen Medikation begonnen hat, sprich das ärztlich an – aber setze nichts eigenmächtig ab.
Erkrankungen
Neurodermitis, Schuppenflechte, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes gehen häufig mit trockener Haut einher. Wenn Pflege über Monate nichts verändert, gehört das abgeklärt.
Was hilft gegen trockene Haut? Die fünf Grundlagen
Der Rest dieses Beitrags baut auf diesen fünf Punkten auf – in dieser Reihenfolge, weil die ersten beiden über den Erfolg der letzten drei entscheiden.
1. Richtig reinigen – der unterschätzte Schritt
- Lauwarm statt heiß. Etwa 32 bis 35 Grad. Warm genug, aber nicht dampfend.
- Kurz. Fünf bis zehn Minuten reichen völlig.
- Milde, rückfettende Waschsubstanz statt stark schäumendem Duschgel.
- Nicht alles täglich waschen. Bei sehr trockener Haut genügt es oft, nur die Stellen zu waschen, die es brauchen.
- Abtupfen statt abrubbeln. Die Haut soll leicht feucht bleiben.
- Im Gesicht: keine alkoholhaltigen Tonics, keine mechanischen Scrubs.
2. Feuchtigkeit zuführen – und die 3-Minuten-Regel
Das ist die wirksamste Einzelmaßnahme dieses ganzen Artikels: Creme innerhalb von drei Minuten nach dem Duschen auftragen, solange die Haut noch leicht feucht ist.
Der Grund ist simpel: Feuchtigkeitsbinder wie Hyaluronsäure und Glycerin ziehen Wasser an. Auf feuchter Haut binden sie das Wasser, das schon da ist. Auf trockener Haut in einem trockenen Raum ziehen sie im ungünstigen Fall Wasser aus den tieferen Hautschichten nach oben – wo es verdunstet.
Praktisch heißt das: Creme ins Bad legen, nicht ins Schlafzimmer. Eincremen bevor du dich anziehst, nicht danach.
3. Die fehlenden Fette ersetzen
Bei echter trockener Haut ist das der Kern. Feuchtigkeit allein läuft ohne Lipide wieder aus der Haut heraus. Was die Barriere braucht:
- Ceramide – der Hauptbestandteil des Kitts zwischen den Hornzellen
- Squalan – hautidentisch, sehr gut verträglich
- Pflanzliche Öle mit hohem Linolsäureanteil, etwa Distel- oder Traubenkernöl
- Cholesterin und freie Fettsäuren – ergänzen das Ceramid-Gerüst
4. Die Verdunstung bremsen
Bei sehr trockenen Stellen braucht es eine abschließende Schicht, die den Wasserverlust reduziert – im Gesicht eine reichhaltigere Nachtpflege, am Körper eine dickere Schicht über der eigentlichen Pflege.
Und der Punkt, der am häufigsten vergessen wird: die Luftfeuchtigkeit im Raum. 40 bis 60 Prozent sind ideal. Ein einfaches Hygrometer für ein paar Euro zeigt dir, ob dein Problem eigentlich im Schlafzimmer sitzt und nicht auf der Haut.
5. Sonnenschutz – auch bei trockener Haut
UV-Strahlung schädigt die Hautbarriere und beschleunigt den Abbau von Kollagen und Elastin. Gerade trockene Haut, die ohnehin früher Linien zeigt, profitiert von täglichem Sonnenschutz. Und bei Kälte kommt ein zweiter Effekt dazu: Schnee und helle Flächen reflektieren UV-Strahlung zusätzlich.
Welche Wirkstoffe helfen bei trockener Haut?
| Wirkstoff | Funktion | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Hyaluronsäure | bindet Wasser | Braucht darüber eine Pflegeschicht, sonst verdunstet das gebundene Wasser. |
| Glycerin | bindet Wasser | Unauffällig, günstig, sehr gut untersucht. Einer der verlässlichsten Wirkstoffe überhaupt. |
| Ceramide | ersetzen Barrierefette | Der wichtigste Baustein bei echter trockener Haut. |
| Squalan | Lipidersatz | Hautidentisch, zieht schnell ein, auch für empfindliche Haut geeignet. |
| Panthenol | beruhigt, unterstützt Regeneration | Besonders hilfreich bei gereizter, juckender Haut. |
| Urea (5–10 %) | bindet Wasser, löst Schuppung | Sehr wirksam am Körper. Auf eingerissener Haut brennt sie. |
| Niacinamid | stärkt die Barriere | Gut kombinierbar, auch bei empfindlicher Haut. |
| Was raus sollte | — | Alkohol denat. weit vorn in der INCI, Duftstoffe, ätherische Öle, mechanische Peelings. |
Was tun gegen trockene Haut im Gesicht?
- Morgens oft nur lauwarmes Wasser – eine zweite Reinigung braucht das Gesicht meist nicht.
- Feuchtigkeitspflege auf noch leicht feuchte Haut auftragen.
- Aktive Wirkstoffe reduzieren: ein Wirkstoff, nicht drei. Bei stark trockener Haut zwei bis drei Wochen ganz pausieren.
- Abends reichhaltiger pflegen als morgens.
- Augenpartie separat versorgen – die Haut dort ist deutlich dünner.
- Täglich Sonnenschutz.
Was tun gegen trockene Haut am Körper?
- Duschen kürzen und die Temperatur senken – der größte Hebel am Körper.
- Rückfettende Waschsubstanz statt schäumendem Duschgel.
- Direkt nach dem Abtupfen eincremen, auf noch feuchte Haut.
- An Unterschenkeln, Ellenbogen und Knien reichhaltiger auftragen – dort sitzen besonders wenige Talgdrüsen.
- Bei starker Schuppung an Beinen und Armen: Pflege mit Urea.
- Baumwolle direkt auf der Haut, Wolle nur darüber.
- Waschmittel ohne Duft- und Farbstoffe, keinen Weichspüler – Rückstände in der Wäsche sind eine häufig übersehene Ursache.
Was tun bei trockener Haut an den Händen?
Hände sind ein Sonderfall: Sie werden am häufigsten gewaschen und haben am wenigsten Talgdrüsen.
- Nach jedem Händewaschen eincremen – nicht einmal am Tag, sondern jedes Mal.
- Handschuhe beim Putzen, Spülen und bei Gartenarbeit.
- Im Winter draußen Handschuhe tragen.
- Nachts eine dicke Schicht Pflege auftragen und Baumwollhandschuhe darüber – das wirkt bei rissigen Händen zuverlässiger als jedes Tagesprodukt.
- Desinfektionsmittel trocknen weniger aus als häufiges Waschen mit Seife, wenn beides zur Wahl steht.
Trockene Haut im Winter
- Auf eine reichhaltigere Textur wechseln – die Sommerpflege reicht ab November oft nicht mehr.
- Luftfeuchtigkeit auf 40 bis 60 Prozent bringen: Luftbefeuchter, Wasserschalen an der Heizung, regelmäßig kurz stoßlüften statt Fenster dauerhaft kippen.
- Im Gesicht bei starker Kälte eine fettreichere Pflege als Schutzschicht verwenden – Feuchtigkeit pur unter null Grad ist ungünstig.
- Heiße Bäder reduzieren und danach sofort eincremen.
- Sonnenschutz nicht weglassen, besonders im Schnee.
Trockene Haut im Sommer
Dass die Haut im Sommer trocken wird, überrascht viele – die Ursachen sind andere: Klimaanlagen, Chlor- und Salzwasser, Sonne und häufigeres Duschen.
- Nach dem Schwimmen immer kurz abduschen und eincremen.
- Auf leichtere Texturen wechseln, aber nicht auf Pflege verzichten.
- Nach Sonnenexposition beruhigende Pflege mit Panthenol.
- In klimatisierten Räumen gilt dasselbe wie bei Heizungsluft.
Deine Routine bei trockener Haut
Morgens
- Nur lauwarmes Wasser oder eine sehr milde Reinigung
- Feuchtigkeitspflege auf leicht feuchte Haut
- Sonnenschutz
Abends
- Milde Reinigung, Make-up gründlich entfernen
- Feuchtigkeitsbinder – Hyaluron oder Glycerin
- Reichhaltigere Pflege mit Lipiden darüber
- Auf besonders trockene Stellen eine zusätzliche Schicht
Ein- bis zweimal pro Woche, aber nur bei stabiler Haut: ein sehr sanftes chemisches Peeling, damit die Pflege besser aufgenommen wird. Bei gereizter oder eingerissener Haut: weglassen.
Welche NINE99 Produkte passen bei trockener Haut?
- Reinigung: Die NINE99 Wash Milk reinigt, ohne die Hautfette auszuwaschen – der Schritt, an dem bei trockener Haut am meisten falsch läuft.
- Feuchtigkeit: Die NINE99 Hyaluron Day bindet Wasser in der Hornschicht – ideal für den Morgen auf leicht feuchte Haut.
- Regeneration: Für den Abend und für Phasen, in denen die Haut deutlich strapaziert ist, ist die NINE99 Exosome Cream die reichhaltigere Wahl.
- Sonnenschutz: NINE99 Sun Care SPF 50, täglich.
- Wenn Überpflege der Auslöser war: Das NINE99 3in1 Skin Reset Set führt eine überladene Routine bewusst auf das Wesentliche zurück.
Welche Textur genau zu deinem Hautzustand passt, haben wir im Beitrag Welche Creme bei trockener Haut? im Detail aufgeschlüsselt.
Wenn Cremes nicht mehr ausreichen
Bei stark ausgetrockneter Haut, die auf Pflege kaum noch reagiert, kann eine Behandlung sinnvoll sein, die Feuchtigkeit tiefer einbringt, als eine Creme das kann. In unserem Studio NINE99 in Lichtenau arbeiten wir dafür mit Dermadrop TDA – Wirkstoffe werden ohne Nadeln in die Haut eingeschleust, was sich besonders bei geschwächter Hautbarriere anbietet.
Was hilft gegen trockene Haut von innen?
Vorweg, weil es oft anders behauptet wird: Mehr trinken behebt keine trockene Haut. Ausreichend zu trinken ist gesund, aber der Wassergehalt der Hornschicht hängt davon ab, ob genug Lipide da sind, die das Wasser halten – nicht von der Trinkmenge.
Was tatsächlich eine Rolle spielt:
- Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Leinsamen, Walnüssen – sie beeinflussen die Zusammensetzung der Hautlipide.
- Zink – beteiligt an Barrierefunktion und Wundheilung.
- Vitamin A, C und E – über eine abwechslungsreiche Ernährung, nicht über hochdosierte Präparate.
- Eisen – ein Mangel geht häufig mit trockener, juckender Haut einher. Erst messen lassen, dann gezielt auffüllen.
- Schilddrüse – eine Unterfunktion macht die Haut trocken. Bei zusätzlicher Müdigkeit, Frieren oder Gewichtszunahme abklären lassen.
Nahrungsergänzung bitte nicht auf Verdacht. Mehr zum Zusammenhang zwischen Nährstoffen und Haut steht im Beitrag Schöne Haut von innen.
Hausmittel bei trockener Haut – was hilft, was schadet
- Kokosöl: Am Körper für viele angenehm, im Gesicht kann es Poren verstopfen. Bei unreiner Haut besser meiden.
- Olivenöl: Wird oft empfohlen, kann die Barriere bei manchen aber zusätzlich stören. Linolsäurereiche Öle wie Distelöl sind die bessere Wahl.
- Honigmaske: Feuchtigkeitsbindend und mild – angenehm, aber kein Ersatz für Lipide.
- Haferbad: Bei trockener, juckender Haut gut belegt. Lauwarm, maximal 10 Minuten, danach sofort eincremen.
- Zitrone, Essig, Backpulver: greifen den pH-Wert an und verschlechtern trockene Haut zuverlässig.
- Ätherische Öle: bei trockener, gereizter Haut ein häufiger Auslöser von Kontaktreaktionen.
Die häufigsten Fehler bei trockener Haut
- Heiß duschen. Der größte selbstgemachte Faktor überhaupt.
- Zu spät eincremen. Das Zeitfenster von drei Minuten nach dem Duschen ist entscheidend.
- Nur Feuchtigkeit, keine Lipide. Wasser ohne Fett läuft wieder heraus.
- Nur Fett, keine Feuchtigkeit. Eine dicke Creme auf ausgetrockneter Haut kaschiert nur.
- Peelen, um die Schuppen loszuwerden. Verschlimmert die Ursache.
- Zu viele aktive Wirkstoffe. Trockene Haut verträgt weniger als sie zugeschrieben bekommt.
- Duftende Pflege. Auch „natürliche" Duftstoffe reizen.
- Die Luftfeuchtigkeit ignorieren. Manchmal liegt das Problem im Raum, nicht auf der Haut.
- Sonnenschutz weglassen. UV schädigt die Barriere zusätzlich.
- Monatelang durchhalten, ohne etwas zu verändern. Wenn drei Monate nichts bringen, ist die Ursache eine andere.
Wie lange dauert es, bis trockene Haut besser wird?
- Tag 1–3: Das Spannungsgefühl lässt spürbar nach, sobald du kühler duschst und sofort eincremst.
- Woche 1–2: Weniger Schuppung, die Haut fühlt sich glatter an.
- Woche 2–4: Die Barriere stabilisiert sich, die Haut reagiert weniger empfindlich.
- Woche 4–8: Ebenmäßigerer Teint, feine Trockenheitsfältchen wirken weniger auffällig.
Wenn sich nach acht Wochen konsequenter Umstellung nichts verändert hat, liegt die Ursache sehr wahrscheinlich nicht in der Pflege.
Wann solltest du trockene Haut abklären lassen?
- wenn sich nach zwei bis drei Monaten konsequenter Pflege nichts bessert,
- bei stark geröteten, nässenden oder eingerissenen Stellen,
- bei starkem Juckreiz, der dich nachts wach hält,
- wenn zusätzlich Müdigkeit, Frieren, Gewichtszunahme oder Haarausfall auftreten – mögliche Schilddrüsenunterfunktion,
- wenn die Trockenheit kurz nach Beginn eines neuen Medikaments begonnen hat,
- bei scharf begrenzten, schuppenden Herden – das kann eine Schuppenflechte sein und wird anders behandelt.
Häufige Fragen zu trockener Haut
Was hilft gegen trockene Haut am schnellsten?
Kühler und kürzer duschen und innerhalb von drei Minuten danach eincremen, solange die Haut noch feucht ist. Diese beiden Änderungen wirken meist schon nach wenigen Tagen – und kosten nichts.
Was tun gegen trockene Haut, wenn Eincremen nicht hilft?
Dann fehlt meist einer von drei Bausteinen: Lipide in der Pflege, der richtige Zeitpunkt des Auftragens, oder die Ursache liegt woanders – zu heißes Duschen, trockene Raumluft, Überpflege oder eine innere Ursache wie die Schilddrüse.
Hilft mehr trinken gegen trockene Haut?
Nein. Ausreichend zu trinken ist sinnvoll, behebt trockene Haut aber nicht. Entscheidend ist, ob genug Lipide da sind, die das Wasser in der Haut halten.
Was hilft bei trockener Haut im Gesicht?
Milde Reinigung, Feuchtigkeitspflege auf leicht feuchte Haut, abends eine reichhaltigere Schicht mit Ceramiden oder Squalan – und aktive Wirkstoffe deutlich reduzieren.
Was tun bei trockener Haut an den Beinen?
An Unterschenkeln sitzen besonders wenige Talgdrüsen. Kürzer und kühler duschen, sofort danach eincremen und bei Schuppung eine Pflege mit Urea verwenden.
Warum wird meine Haut im Winter trocken?
Kalte Luft hält wenig Feuchtigkeit, Heizungsluft trocknet zusätzlich. Unter 40 Prozent Luftfeuchtigkeit gibt die Haut laufend Wasser ab. Ein Luftbefeuchter hilft oft mehr als eine neue Creme.
Ist trockene Haut dasselbe wie feuchtigkeitsarme Haut?
Nein. Trockener Haut fehlt Fett, feuchtigkeitsarmer Haut fehlt Wasser. Trockene Haut ist ein Hauttyp, feuchtigkeitsarm ein vorübergehender Zustand, der jeden Hauttyp treffen kann.
Kann fettige Haut gleichzeitig trocken sein?
Fettige Haut kann feuchtigkeitsarm sein – sie glänzt und spannt dann gleichzeitig. Echte trockene Haut und fettige Haut schließen sich dagegen aus, weil beide über die Talgproduktion definiert sind.
Welche Creme hilft bei trockener Haut?
Das hängt davon ab, ob Fett oder Wasser fehlt. Eine ausführliche Übersicht findest du im Beitrag „Welche Creme bei trockener Haut?" – dort ist auch beschrieben, welche Textur zu welchem Hautzustand passt.
Wie oft sollte ich bei trockener Haut eincremen?
Mindestens zweimal täglich, am Körper immer direkt nach dem Duschen. An den Händen nach jedem Waschen.
Darf ich bei trockener Haut peelen?
Nur sanft, chemisch und höchstens ein- bis zweimal pro Woche – und nur bei stabiler Haut. Mechanische Scrubs sind bei trockener Haut ungeeignet.
Hilft Kokosöl bei trockener Haut?
Am Körper für viele angenehm. Im Gesicht kann es Poren verstopfen und ist bei Neigung zu Unreinheiten keine gute Wahl.
Welche Nährstoffe helfen bei trockener Haut?
Omega-3-Fettsäuren, Zink und ausreichend Vitamin A, C und E. Bei anhaltender Trockenheit lohnt zusätzlich ein Blick auf Eisenstatus und Schilddrüsenwerte – gemessen, nicht geschätzt.
Kann trockene Haut ein Zeichen für eine Krankheit sein?
Ja, unter anderem für eine Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes, Neurodermitis oder Schuppenflechte. Wenn Pflege über Monate nichts verändert, gehört das ärztlich abgeklärt.
Warum spannt meine Haut nach dem Waschen?
Weil die Reinigung zu viele Hautfette entfernt hat. Das Gefühl ist kein Zeichen von Sauberkeit, sondern ein Warnsignal – wechsle auf eine mildere, rückfettende Waschsubstanz.
Fazit: Trockene Haut braucht weniger Produkt und bessere Gewohnheiten
Bei trockener Haut liegt der größte Hebel selten in der nächsten Creme. Er liegt darin, kürzer und kühler zu duschen, milder zu reinigen, innerhalb von drei Minuten danach einzucremen und die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten. Erst darauf wirkt Pflege überhaupt so, wie sie soll – und dann braucht es zwei Dinge gleichzeitig: Feuchtigkeit, die gebunden wird, und Lipide, die sie halten.
Gib dieser Umstellung vier bis acht Wochen. Wenn sich danach nichts verändert hat, liegt die Ursache nicht auf der Haut, sondern darunter – und dann ist ein Blutbild der nächste sinnvolle Schritt, nicht das nächste Produkt.
Du bist unsicher, ob deiner Haut Fett oder Feuchtigkeit fehlt? Unser NINE99 Hautquiz klärt genau diese Frage in wenigen Minuten – und führt dich zu einer Routine, die zu deinem Hautzustand passt.
Haut verstehen. Pflege gezielt auswählen. Routine einfach halten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltend trockener, geröteter oder eingerissener Haut wende dich bitte an eine dermatologische Praxis.
